Gesunde zum Arzt - Präventionsmedizin will vorbeugen statt heilen
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(openPR) - Mediziner fordern mehr Eigenverantwortung und ein neues
Verständnis von individueller Prävention: Ein Zukunftsthema in der
Diskussion auf dem 2. Europäischen Präventionstag 2008
„Die Präventionsmedizin ist die Medizin des 21. Jahrhunderts, ein
Fachgebiet, das sich interdisziplinär insbesondere für die Vermeidung der
großen Volkskrankheiten, beziehungsweise die Reduktion altersbedingter
Erkrankungen und die Verlängerung der behinderungsfreien Lebenszeit
einsetzt. Prävention ist schlichtweg auch die Antwort auf steigende Ausgaben
im Gesundheitswesen“, so Dr. med. Claudia Hennig, Präventionsmedizinerin und
Mitinitiatorin des 2. Europäischen Präventionstages 2008, der am 22. Und 23.
November im ehemaligen Bundestag in Bonn stattfindet und von der
Gesellschaft für Prävention e.V. (GPeV) sowie der GSAAM (Deutsche
Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin) ausgerichtet wird.
Schirmherr ist der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz Horst Seehofer (CSU).
Es geht um Gesundheit für alle – möglichst lange
Für die meisten Unterstützer der Präventionsarbeit ist unübersehbar, dass
die demografische Alterung der Industriegesellschaften in absehbarer Zeit zu
einem deutlichen Anstieg der altersbedingten großen Volkskrankheiten führen
wird, darunter Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Arteriosklerose, Arthrose
und Osteoporose, Diabetes Typ 2, Altersmalignome oder Altersdemenz.
Intensive medizinische Forschung trägt dazu bei, dass diese Erkrankungen
immer frühzeitiger erkannt werden. Nun wird aber aus Sicht der
GPeV-Vorsitzenden Dr. Claudia Hennig in der Öffentlichkeit – und selbst in
Teilen der Ärzteschaft – Prävention noch immer mit Früherkennung
verwechselt: „Selbstverständlich ist Früherkennung wichtig; mit ihr werden
bereits vorhandene, aber möglicherweise noch nicht ausgebrochene Krankheiten
aufgespürt. Doch Prävention ist mehr, kann und will mehr. Prävention beugt
vor, das heißt sie verhindert und verzögert Krankheiten und trägt somit dazu
bei, die Ausgaben im deutschen Gesundheitswesen langfristig zu senken.“
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen
rechnet laut Dr. Hennig mit Einsparpotentialen von 25 bis 30 Prozent. Aber
während einerseits die Frage nach einer Verbesserung von Gesundheit durch
Präventionsmaßnahmen von Studien wissenschaftlich bestätigt wird, ist das
Einsparpotential dieser Maßnahmen noch immer stark umstritten. Einige
Experten halten eine umfassende Prävention durch Staat und Kassen für gar
nicht finanzierbar. Ein umfassendes Präventionsgesetz scheiterte so 2005 am
Einspruch des Bundesrates und wurde bis heute nicht verabschiedet. Dennoch
kann man wohl von einem grundlegenden, gesellschaftlichen Wertekonsens zur
Prävention ausgehen. Auch die Private Krankenversicherung (PKV) will sich
hier in Zukunft stärker einbringen. So kündigte der PKV-Verband im Februar
den deutlichen Ausbau des freiwilligen Engagements in der Primärprävention
an.
Prävention als Investition in die eigene Gesundheit
Längst ist für viele gesundheitsinteressierte Patienten klar, dass die
Vorsorgeuntersuchungen der Kassen nur eine wenig umfassende Grundversorgung
darstellen. Die in der Präventionsmedizin notwendigen, umfangreichen
Check-Ups, um das persönliche Risiko eines jeden Einzelnen zu ermitteln,
sind bisher überwiegend Privatleistungen. Moderne medizinische
Diagnosemethoden ermöglichen eine detaillierte Analyse des
Erkrankungsrisikos und des Erkrankungsfortschritts. Einige medizinische
Anbieter kombinieren in ihren Leistungspaketen schon beste
Individualbetreuung und –versorgung, neueste Technologien, ärztliches
Coaching und Lifestyle-Beratung auf effektive Weise. Auch eine Analyse des
genetischen Risikoprofils kann Teil der Vorsorge sein. Ergänzende
fachärztliche Untersuchungen, Stressmanagement oder psychologische Beratung
erweitern als Sonderleistungen das Spektrum der Vorsorgeleistungen: Moderne
Präventionsmedizin wird in jedem Fall als Zukunftsthema gehandelt.
„Die bisherige Reparaturmedizin hat tatsächlich ausgedient, wir bekommen
viele Krankheiten einfach nicht in den Griff. Statt die Nachfrage im alten
Sektor zu stützen, sollten wir die Nachfrage nach Leistungen zum
Gesundheitserhalt stärken“, meint Dr. Claudia Hennig. Aus der eigenen Praxis
weiß sie: „Noch viel zu wenig machen wir Ärzte Patienten deutlich, dass es
darum geht, über die Vorsorge echte Lebensqualität zuzugewinnen. Dabei muss
jeder Einzelne mehr gesundheitliche Selbstverantwortung zeigen. Das sollte
uns das Ziel Vitalität und gesundes Altern Wert sein. Ich persönlich bin
bereit, dafür auch Geld auszugeben.“
Ob dies auch für die anderen Besucher des 2. Europäischen Präventionstages
gilt, wird in den Plenarsitzungen und Expertenrunden sicherlich intensiv
diskutiert werden. Nach dem auf Familien und Schüler zugeschnittenen Kinder-
und Jugendpräventionstag am 22. November erwartet die Teilnehmer am Sonntag,
23. November, ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit spannenden
Podiumsgesprächen, Vorträgen und praxisnahen Seminaren. Aktuelle
gesundheitspolitische Aspekte werden ebenso diskutiert wie Patientenbelange.
Das Thema der zentralen Fragerunde lautet „gesund ja – zahlen nein;
Patienten fragen – Experten antworten“. Wie schon im vergangenen Jahr werden
namhafte Vertreter aus Politik, Medizin, Versicherungswirtschaft und
Industrie erwartet, die sich an diesem Tag den Fragen der Anwesenden
stellen. Interessante Vortragshighlights beleuchten darüber hinaus die
geschlechterspezifische Prävention ("Männergesundheit – Frauengesundheit")
oder stellen die positive Entspannungswirkung von Lachyoga-Übungen vor. „Als
Referenten der Seminare konnten renommierte Mediziner und Experten aus
Forschung und Praxis gewonnen werden. Das garantiert ein hohes Maß an
Qualität“, hebt Dr. Hennig hervor. Die Veranstaltung schließt mit einem
Ausblick auf 2009 durch den ehemaligen Bremer Bürgermeister Dr. Henning
Scherf, der das Projekt "Alternative Wohnformen – WG 50+" vorstellt.
Referenten an diesem Tag sind u.a. Dr. Norbert Röttgen, MdB,
Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; Detlef
Parr, MdB, Präventionspolitischer Sprecher der FDP; Prof. Dr. Dietrich H.W.
Grönemeyer, Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie und des weltweit einzigen
Lehrstuhls für Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke sowie des
Instituts für Mikrotherapie in Bochum; Dr. Henning Scherf, Bürgermeister der
Freien Hansestadt Bremen a.D.; Professor Dr. med. Alfred Wolf, Facharzt für
Gynäkologie, Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Universität Ulm,
Vorstand der GSAAM sowie Leiter des Studiengangs Präventionsmedizin an der
Dresden International University; Thomas Preis, Apotheker, Vorsitzender des
Apothekerverbandes Nordrhein e.V. sowie Vorstandsmitglied der ABDA;
Christoph Emmelmann, Betriebswirt, Lachyoga-Therapeut sowie Buch- und
Filmautor; PD Dr. Alexander Römmler, Präsident der GSAAM.
Quelle:
openPR